Case Study: Intelligente Niederspannungsverteilung mit TOKEO smartgrid
Die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG) setzt in Ginsheim-Gustavsburg auf eine moderne
Lösung zur Niederspannungsverteilung und schafft damit mehr Transparenz im Netz, bessere
Planbarkeit sowie eine intelligente Basis für den Netzausbau. Das Kernstück: die neue, seit Anfang
2025 verfügbare JEAN MÜLLER TOKEO smartgrid Leiste mit dem PLVario-II System.
Die Ausgangslage
Die Mainzer Netze GmbH als Betreiber und die ÜWG als Betriebsführer – beides Tochtergesellschaften der Mainzer Stadtwerke AG – standen vor einer zentralen Herausforderung: dem steigenden Strombedarf in neuen Wohngebieten durch beispielsweise Wärmepumpen, Elektromobilität oder Photovoltaikanlagen. Bisherige Niederspannungsverteilungen lieferten nur kumulierte Momentaufnahmen des Stromverbrauchs auf Ortsnetzebene – Daten für Einzel-Stromkreise fehlten. Für eine präzise Netzplanung und -erweiterung war dies nicht mehr ausreichend.
Die Lösung
Das Pilotprojekt wurde vom erfahrenen Ingenieurbüro Eidt begleitet, das die Integration der neuen Technologie plante. Zum Einsatz kamen TOKEO smartgrid Leisten mit
- PLVario-II NET Modul für die weitere Kommunikation in die Leitebene
- PLVario-II EM4-Modul für präzise Einspeisemessung
- Fernwirktechnik zur späteren Anbindung an die Leitwarte
Dank dieser Komponenten ist die Niederspannungsverteilung nun voll intelligent ausgestattet – ein entscheidender Schritt in Richtung digitaler und zukunftssicherer Netzarchitektur.
Der Nutzen
Reine Momentaufnahmen des Stromverbrauchs werden nun durch Echtzeitdaten erfasst. Somit werden
Leistungsspitzen und -mittelwerte aller wichtigen elektrischen Größen detailliert erfasst, ausgewertet und archiviert. Das erlaubt eine Betrachtung im Zeitverlauf und sorgt für mehr Transparenz im Netz. Netzerweiterungen lassen sich künftig auf Basis realer Lastprofile besser planen und kalkulieren. Gleichzeitig ist die Infrastruktur optimal für eine digitale Netzsteuerung und die wachsenden Anforderungen der Energieund Wärmewende vorbereitet. Auf diese Weise wird die Umsetzung der Anforderungen aus §14a des Energiewirtschaftsgesetzes unterstützt. Es zeigen sich zudem klare Effizienzgewinne: Einheitliche Produkte und Standardisierungen vereinfachen Prozesse und beschleunigen Arbeitsabläufe.
„Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren mit JEAN MÜLLER und dem Ingenieurbüro Eidt zusammen. Die ÜWG durfte die neue TOKEO smartgrid Leiste bereits vor der eigentlichen Markteinführung in einer Ortsnetzstation testen. Die Möglichkeit, historische Lastdaten auf Ebene von Einzelstromkreisen zu erfassen, macht unsere Planung präziser. Damit ist die Ortsnetzstation für künftige Anforderungen optimal aufgestellt”, berichtet Lars Nehrkorn, Abteilungsleiter Technische Planung der ÜWG.










